Fotowalk am Wiener Zentralfriedhof

Wohin geht man im Herbst wenn man in Ruhe durch schöne Herbstlandschaft spazieren will, in die Geschichte der Stadt eintauchen kann,  sich auch mal Rehe und andere Wildtiere tummeln, wo es durchaus auch architektonisch interessant ist und auch kurioses nicht zu kurz kommt? Genau, am Wiener Zentralfriedhof!

Fakten:

Der Wiener Zentralfriedhof liegt in Simmering, dem 11. Wiener Gemeindebezirk und ist  bequem mit der Straßenbahn Linie 71 von der Innenstadt aus erreichbar. Das Areal erstreckt sich über 2,5km2. In den rund 330.000 Grabstellen liegen ca. 3.000.000 menschliche Überreste begraben.

Der Friedhof wurde am 1. 11. 1874 eröffnet, war aber bei den Wienerinnen und Wienern sehr unbeliebt. Das lag einerseits an der damals recht langen Anreise von der heutigen Innenstadt aus (ca. 1 Stunde!) andererseits war der Friedhof optisch lange nicht so schön wie heute ("a G'stettn" sozusagen).

Erst 7 Jahre später beschloss der Gemeinderat eine Ehrengrabanlage zu errichten. Die sterblichen Überreste der Wiener Prominenz wurden dazu exhumiert und auf den Zenralfriedhof verlegt.

1910 wurde schließlich die Friedhofskirche eröffnet. Eigentlich ist sie dem Heiligen Borromäus geweiht, im Volksmund aber "Lueger Kirche" benannt. Dr. Karl Lueger, ein Wiener Bürgermeister, hat damals den Bau der Kirche in Auftrag gegeben und wurde nach Fertigstellung des Bauwerks beim Hochaltar beigesetzt.

Ehrengräberanlage

Lueger Kirche

Alter jüdischer Friedhof

Der alte jüdische Friedhof (Tor 1) war bereits 1916 ausgelastet, daher wurde ein weiteres Areal am anderen Ende des Zentralfriedhofs errichtet (Tor 5). Die ursprüngliche Zerimonienhalle (bei Tor 1) sowie zahlreiche Grabmale wurde im Zuge der Reichsprogromnacht 1938 zerstört. Obwohl durch einen im Jahr 1991 gegründeten Verein viele Gräber bereits restauriert wurden, ist ein Spaziergang durch diesen Teil des Friedhofs etwas ganz besonderes.

Kurioses

Mit Ductape hält alles!

Ein einames Pferd am alten jüdischen Friedhof.

Sehr skuril: das Ehepaar Mijailovi´c hat vorgesorgt, sowohl Milan aus auch Dragana sind noch am Leben.


Der Kuschelhase passt auf!

Hier liegt der Tote im Bergwerk und wird von 2 Zwergen bewacht.


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Kommentare: 2
  • #1

    Katharina (Montag, 16 Oktober 2017 09:01)

    Es lebe der Zentralfriedhof! Persönlich find ich ja, dort ist Wien so richtig wienerisch spürbar ... mit all seinen Facetten.
    Danke insbesondere für das Pferd - und das Grab der Lebenden.

  • #2

    Hubsi (Montag, 16 Oktober 2017 09:36)

    Kurze Info zum Hasen: er wurde scheinbar vom Künstler ohne Wissen des Friedhofs aufgestellt.

    Schöner Eintrag und tolle Fotos :-)
    LG